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Zeitliche Abläufe

Wie ist der schrittweise Ablauf einer Implantatbehandlung?

Die Versorgung mit Implantaten gliedert sich in folgende Abschnitte:

  • Vorgespräche, Röntgendiagnostik und Behandlungsplanung
  • Sanierung der Mundhöhle
  • Implantation (Implantateinsetzen)
  • Prothetische Versorgung durch Aufbau der Suprakonstruktion.

- sofort (während der Implantateinsetzung = Sofortbelastung)
oder
- spät (nach 3-6-monatiger Einheilung = Spätbelastung). (weiterlesen…)

Die Implantateinsetzung

Wie lange dauert das Einsetzen eines Implantates?

Die Dauer hängt von der Anzahl der Implantate, deren Lokalisation (Sitz im Kiefer) und der Schwierigkeit des Eingriffs ab. Unkomplizierte Fälle erfordern pro Implantat etwa 30 Minuten zuzüglich Vorbereitung und der anschließenden Kontrolle.

Ist das Einsetzen des Implantates schmerzhaft?

Der Eingriff erfolgt in jedem Fall unter Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung) und/oder Sedierung (Dämmerschlaf). Oder kann (zumeist bei Angst-Patienten) auch unter Vollnarkose durchgeführt werden, so dass der Patient keinerlei Schmerzen während des Eingriffs spürt.

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Was zahlt die Kasse?

Private Krankenkassen

Sie erstatten die Kosten ganz, wenn keine vertraglichen Einschränkungen bestehen, oder, je nach Vertragsbedingungen, in vielen Fällen den Großteil der Kosten.

Gesetzliche Krankenkassen

Sie erstatten die Kosten für Implantate zumeist nur in medizinisch notwendigen Fällen (z.B. bei angeborener Kieferspalte oder Unfallverletzungen).

ABER: Seit 2005 erhält der Patient auch zu Implantatbehandlungen den so genannten befundorientierten Festzuschuss

Diese Regelung gilt ohne Ausnahme für Zahnbehandlungen in allen EU-Ländern. Vorraussetzung zur Abschätzung der Zuschüsse ist lediglich die Vorlage eines Heil- und Kostenplans.

WICHTIG für Sie als Patienten …

Mit dem geänderten Bezuschussungsverfahren werden Patienten belohnt, die Behandlungskosten vergleichen: Im Gegensatz zur früheren Zuschusshöhe, die auf den fallabhängigen tatsächlichen Kosten basierte, wird heute ein Festbetrag erstattet. Das bedeutet: Egal wie hoch die Kosten real ausfallen, jede Einsparung, die ein Patient durch geschicktes Vergleichen erzielt, gehört daher auch dem Patienten selbst.

Haltbarkeit

Wie lange hält ein Implantat?

Ein Implantat kann bis ans Lebensende halten. Voraussetzungen hierfür sind hoch qualifiziertes Vorgehen des Implantierenden und gute Patientenmitarbeit. Das bedeutet: gewissenhafte, gründliche Mundhygiene und das Einhalten von halbjährigen Kontrolluntersuchungen.

Können Zahnimplantate abgestoßen werden?

Nein. Abstoßungsreaktionen und Allergien treten bei Zahnimplantaten, die aus reinem Titan sind, nicht auf. Verluste von Implantaten geschehen nahezu nur während der Einheilungszeit, infolge falscher oder zu früher Belastung, mangelnder Mundhygiene oder schlechter Knochensituation.

Pflege & Nachsorge

Bedürfen Implantate einer besonderen Pflege?

Implantate erfordern wie echte Zahne eine gründliche und gewissenhafte Mundhygiene. Eine professionelle Zahn- und Implantatreinigung im halbjährigen Rhythmus ist darüber hinaus ratsam.

Beeinflusst starkes Rauchen die Haltbarkeit?

Starkes Rauchen kann den Erfolg der Implantatbehandlung gefährden, weil es die Wundheilung erschwert und langfristig das Zahnfleisch negativ beeinflusst. Studien ergaben, dass sich das Risiko von Implantatverlusten bei starken Rauchern (Kettenrauchern) verdoppelt.

Wie oft sollten Routineuntersuchungen stattfinden?

Wie bei natürlichen Zähnen im 6-monatigen Abstand.

Sicherheit

Wie sicher und wie gut erforscht sind Zahnimplantate?

Sehr gut. Zahnimplantate werden seit über 3 Jahrzehnten gesetzt, wodurch es sich um eine ausgereifte Technologie und ein anerkanntes und verlässliches Therapieverfahren handelt. Klinische Studien zeigen, dass nach 10 Jahren noch 95 % der eingesetzten Implantate problemlos funktionieren.

Welche Garantie-Leistungen werden auf Implantate gewährt?

Auf die Einheilung eines Implantates ist gesetzlich keine Gewährleistung vorgeschrieben. Dies würde keinen Sinn machen. Ein Zahnarzt kann den Körper nicht zur Heilung zwingen. Jedoch bieten viele Implantologen eine Kostenteilung oder eine kostenlose Reimplantation an, sollte die Einheilung scheitern bzw. sich das Implantat lösen.

Wodurch können Operationsrisiken minimiert werden?

Unter anderem mit Hilfe von Computertomographie, computergestützter Implantatplanung und vor allem die Erfahrung des Behandlers sowie die Einhaltung der Anweisungen des Implantologen durch den Patienten (wie die Einhaltung der Mundhygiene, regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, das Rauchen aufgeben).

Technisches

Warum sind Zahnwurzeln aus Titan?

Reines Titan hat sich in über 3 Jahrzehnten als sicherstes Implantatmaterial bewährt. Es ist äußerst gewebeverträglich (biokompatibel), bildet mit dem Knochen einen sicheren Verbund und besitzt sehr gute mechanische Eigenschaften, wie Bruchsicherheit.

Warum minimiert eine dreidimensionale Röntgendiagnostik das Behandlungsrisiko?

Dreidimensionales Röntgen (mittels Computer- oder Volumentomographen) erhöht die Sicherheit in der Planung um ein Vielfaches: Durch die dreidimensionale Erfassung entstehen bis auf ein Millimeter exakte Bilder. Sensible anatomische Strukturen (wie Nerven oder die Kieferhöhle) können nur so erfasst werden. Optimale Analyse und Nutzung des Knochenangebots.

Was ist computernavigiertes Implantieren?

Computernavigiertes Implantieren ist die derzeit modernste und genaueste Technologie der Implantologie. Es ermöglicht eine maximal sichere Durchführung wie exakte Platzierung des Implantates im Knochen und reduziert Gefahren wie Schädigungen von Kleinststrukturen auf das Minimum. Viele erfahrene Implantologen sehen jedoch keinen Nutzen darin, weil sie sowieso schon dank ihrer Routine absolut präzise implantieren können.

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Voraussetzungen

Gibt es eine Altersbeschränkung für Zahnimplantate?

Nein, sofern das Wachstum abgeschlossen ist (das heißt ab dem 18. – 20. Lebensjahr). Nach oben hin gibt es keine nominelle Altersgrenze, da ausschließlich der Gesundheitszustand entscheidend ist.

Was spricht gegen eine Zahnimplantation?

Folgende so genannte Kontraindikationen können eine Implantation erschweren und erfordern eine genaue Risiko-Abschätzung:

  • Knochenerkrankungen im Kieferbereich
  • Schwere Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes)
  • Schwere psychiatrische Erkrankungen (z.B. Manie, Schizophrenie)
  • Drogenabhängigkeiten
  • extremes Rauchen (Kettenrauchen)
  • Bestrahlungs-, Chemo- und ähnlich medikamentös belastende Therapien
  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • frischer Herzinfarkt oder Hirnschlag
  • fortgeschrittenes Krebsleiden
  • Bluterkrankheit

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Lösung für Träger von Vollprothesen

Schlecht angepasste Prothesen tragen buchstäblich die Schuld an Druckstellen und Schleimhautverletzungen bis zur Vernarbung. Der mangelhafte Halt provoziert darüber hinaus Fehlbelastungen beim Kauen, die den stetigen Verlust von Kieferknochen-Substanz fördern. Langsam, aber sicher schwinden damit auch Selbstbewusstsein und Lebensqualität.

Durch Zahnimplantate – also künstliche Zahnwurzeln – werden die Kaumuskeln natürlich beansprucht. Das Gesicht behält auch im Alter noch das Profil und die charakteristische Mimik, die beim Tragen klassischer Prothesen – infolge des Knochenschwunds/Knochenatrophie – kontinuierlich verloren geht.  (weiterlesen…)

Zahnimplantate in jedem Alter

Auch im hohen oder höchsten Alter können Zahnimplantate die Lebensqualität verbessern. Auch bei ungünstiger Anatomie und Struktur des Kieferknochens kann der Kieferchirurg Möglichkeiten finden, durch spezielle Implantatsysteme und/oder Knochenaufbau die Voraussetzungen für eine Implantatversorung zu schaffen.

Mit zunehmendem Alter nimmt der Verlust an natürlichen Zähnen zu. Beim teilbezahnten Gebiss dienen Implantate der  Befestigung von Brücken oder Teilprothesen. Diese sind über Mechanismem wie der Klammer, dem Geschiebe oder Teleskopen an Restzähnen oder implantatgetragenen Kronen befestigt. Bei ungünstigen Verhältnissen der Restzähne kann es zu Kippeffekten kommen, die Beschwerden nach sich ziehen und den Erhalt der Restzähen gefährden. Strategisch gesetzte Implantate können die statischen Verhältnisse deutlich verbessern.

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